Pressemitteilung

Stellungnahme von H&M zu Arbeitsbedingungen und Mitarbeiterzufriedenheit

Eine Stellungnahme zu Fragen der Mitbestimmung durch Betriebsräte, konkrete Arbeitsbedingungen wie flexible Arbeitszeiten und Personaleinsatzplanung bei H&M Deutschland und schließlich auch das Engagement von H&M für bessere Arbeitsbedingungen und -sicherheit in den Produktionsländern.

8 Aug, 2017 15:00 MESZ

Verschiedene aktuelle Berichterstattungen über den Umgang von H&M mit unseren Mitarbeitern, insbesondere den Betriebsräten, einige Fragen zu konkreten Arbeitsbedingungen in Deutschland und auch zu den Bedingungen unserer Mitarbeiter in den Zulieferbetrieben im Ausland möchten wir zum Anlass nehmen, diese wichtigen Themen und unseren Umgang hiermit zusammenfassend anzusprechen, denn wir haben gesehen, dass einige Fragen an uns als Arbeitgeber noch transparenter und verständlicher erklärt werden können.

Menschen sind unser Erfolg und wir sind unserem Auftrag als guter Arbeitgeber verpflichtet.

Wir haben Achtung vor jedem Einzelnen. Dies gilt für alle Bereiche der Beschäftigung – von gerechter Entlohnung, vernünftigen Arbeitszeiten und Gewerkschaftsfreiheit bis hin zur Chancengleichheit bei der Weiterentwicklung innerhalb des Unternehmens. Unsere Mitarbeiter sind entscheidend für uns - unabhängig von ihrer Position im Unternehmen oder dem Land, von dem aus sie uns unterstützen.

 

Flexible Arbeitsverträge

Kritik an einzelnen Aspekten der Arbeitsbedingungen schenken wir daher besondere Aufmerksamkeit und prüfen, ob ein Änderungsbedarf besteht. Hierzu zählt etwa der Aspekt, dass einige unserer Arbeitsverträge einen geringeren wöchentlichen Stundenumfang festlegen, als dies in einigen Tarifverträgen vorgesehen ist. Der Grund für die einvernehmlichen Abweichungen von tarifvertraglichen Vorgaben liegt zum einen darin, dass ein großer Teil unserer Mitarbeiter, derzeit etwa 2200, Studenten sind, die von den flexiblen Arbeitsverträgen profitieren (Stand: Juli 2017). Sie dürfen nur maximal 19,9 Stunden in der Woche eingesetzt werden, um ihren Studentenstatus nicht zu verlieren. Zum anderen erlaubt ein vereinbarter variabler Stundensatz, dass wir uns mit unseren Mitarbeitern jederzeit gemeinsam auf den Arbeitsumfang und die Arbeitszeit je nach den individuellen Verfügbarkeiten der Mitarbeiter und dem Bedarf im Unternehmen verständigen können.

 

Auslastung und Personalplanung

Ein weiteres wichtiges Thema, dem sich gerade größere Unternehmen mit vielen Mitarbeitern, wechselnden Schichten und nicht immer vorhersehbarem Arbeitsumfang stellen müssen, ist die Frage der Auslastung des Einzelnen. Wir versuchen daher stets, die Menge des eingesetzten Personals dem Arbeitsaufkommen anzupassen. Bei verkaufsstarken Tagen wird daher grundsätzlich mehr Personal eingeplant. Erfahrungswerte bei der Kundenfrequenz und der Umsatzerwartung ermöglichen uns in den meisten Geschäften einen reibungslosen Ablauf. Natürlich gibt es aber auch unvorhergesehene Umstände, wie ein ungewöhnlich hoher Kundenandrang, Krankmeldungen bei den Mitarbeitern und Schwierigkeiten, dafür Ersatz zu organisieren. Um unsere Mitarbeiter in solchen Hochphasen möglichst nicht zu überlasten, wird dann in dem jeweiligen Geschäft eine klare Prioritätensetzung vorgenommen.

 

Zusammenarbeit mit Betriebsräten

H&M pflegt zu den Interessenvertretern - den Gesamtbetriebsräten und den einzelnen lokalen Betriebsräten einen offenen und konstruktiven Dialog. Soweit es einmal nicht gelingt, auf dieser Ebene eine gemeinsame Lösung für die unterschiedlichen Positionen zu finden, greifen gesetzliche Konfliktlösungsmechanismen. H&M versucht, noch deutlich bevor diese eingeschaltet werden müssen, den Interessen aller Beteiligten gerecht zu werden und mögliche Konflikte innerbetrieblich zu klären. Die Arbeit der Betriebsräte ist ein wichtiger Faktor in der Entwicklung des Unternehmens, weshalb die Betriebsräte in vielen Fragestellungen mitgestalten können und auch sollen.

arbeitsgerichtliche Auseinandersetzungen:

In etwa 170 der derzeit 418 H&M-Stores in Deutschland haben sich Betriebsratsgremien gebildet (Stand: Juli 2017). Mit einer durchschnittlichen Größe von etwa 3-5 Betriebsratsmitgliedern pro Gremium gibt es derzeit etwa rund 700 Betriebsratsmitglieder in unserem Unternehmen. In den letzten 10 Jahren gab es insgesamt 10 Fälle, in denen Betriebsratsmitglieder gekündigt werden sollten, wobei in 3 Fällen die zuständigen Betriebsratsgremien ausdrücklich zustimmten und weitere 3 Fälle in einvernehmlichen Vergleichen endeten. Es besteht also eine Kündigungs-Quote, die mit Blick auf die Anzahl der Betriebsratskollegen und die Zeitdauer so gering ist, dass wir die teilweise laut werdenden Vorwürfe systematischer Kündigungen von Betriebsräten als Stimmungsmache verstehen müssen, die leider losgelöst von den hierzu nicht geeigneten Fakten erfolgt.

Auch der absolute Ausnahmefall der Kündigung eines Betriebsrates kommt nur dann vor, wenn, entsprechend der gesetzlichen Vorgaben, ein wichtiger Grund im arbeitsvertraglichen Bereich vorliegt. Dafür müssten schwerwiegende Verletzungen von Arbeitnehmerpflichten vorgelegen haben. Hierzu zählen zum Beispiel erhebliche unerlaubte Urlaubsüberschreitungen, Diebstahlshandlungen oder Unterschlagungen im Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis, Tätlichkeiten gegen Vorgesetzte oder Kollegen oder unberechtigte Arbeitsverweigerungen. Für eine außerordentliche Kündigung bestehen hohe Hürden und sie ist nur möglich, wenn aufgrund der schweren Verfehlung dem Arbeitgeber die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht zugemutet werden kann.

 

Mitarbeiterzufriedenheit – Ranking von H&M im nationalen und internationalen Vergleich

Dass die Beziehung zu unseren Mitarbeitern und deren Interessenvertretern gut funktioniert, zeigen auch die seit mehreren Jahren regelmäßig durchgeführten, anonymen Befragungen unter unseren Mitarbeitern, die wir durch das internationale Beratungsunternehmen „Great Place to Work®“ durchführen lassen. Great Place to Work® arbeitet mit Unternehmen, Non-Profit-Organisationen und Regierungsbehörden in 51 Ländern zusammen und führt mit rund 10.000 teilnehmenden Unternehmen weltweit die größten Studien zur Arbeitsplatzkultur durch. Eine Auswertung dieser Studien hat H&M schon mehrfach als einen der besten europäischen, multinationalen Arbeitgeber ausgezeichnet. Allein in den letzten 3 Jahren lag unser Unternehmen immer in den Top 20 (konkret wurden die Ränge 8-12 in den Jahren 2015-2017 belegt).

Auch im Vergleich mit den deutschen Unternehmen ist H&M ein überdurchschnittlich guter Arbeitgeber. In Deutschland liegen wir mit 66 % im Trust Index (dem Durchschnitt aller globalen Standardfragen) und 75 % im Index für allgemeine Zufriedenheit im Vergleich mit anderen Unternehmen im oberen Drittel der Ergebnisse.

Natürlich möchten wir aber immer noch besser werden und arbeiten weiter an der Zufriedenheit unserer Mitarbeiter und den Themen, die noch verbesserungsbedürftig sind. Als Unternehmen mit großer Verantwortung ist dies eine Herausforderung von vielen, der wir uns gern stellen.

 

Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern

Nicht zuletzt zählt hierzu auch, dass wir beständig daran arbeiten, die Arbeitsbedingungen für unsere Zulieferbetriebe in den Produktionsländern, insbesondere Bangladesch, zu verbessern. Hierfür kooperiert H&M etwa mit Partnern wie der International Labour Organisation (ILO, siehe: http://www.ilo.org/global/lang--en/index.htm), der Swedish International Development Cooperation Agency (SIDA, siehe: http://www.sida.se/English/) und der schwedischen Gewerkschaft IF Metall (siehe: https://www.ifmetall.se/om-oss/), um das Management wie auch die Mitarbeiter vor Ort in Bereichen wir Zusammenarbeit, Verhandlungstechniken, Tarifverhandlungen, Arbeitsrecht und Streitschlichtung zu schulen.

Auch unsere globale Rahmenvereinbarung (GFA) mit der internationalen Dach-Gewerkschaft IndustriALL (siehe: http://www.industriall-union.org/) und der IF Metall, die wir 2016 erneuert haben, unterstützt die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern.

Für aktuelle Informationen über die Aktivitäten siehe etwa:

http://www.industriall-union.org/bangladeshi-unionists-and-garment-workers-freed-following-international-pressure.

Weitere Informationen zu Rahmenvereinbarung unter:

 http://about.hm.com/en/media/news/general-2016/hm-permanently-collaborates-with-industriall-and-ifmetall.html

und:

www.industriall-union.org/ensuring-that-the-global-framework-agreement-with-hm-is-effective.

Ziel der Rahmenvereinbarung ist es, einen gut funktionierenden Dialog zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmern in den Textilfabriken zu entwickeln, damit Konflikte einvernehmlich und auf der Ebene gelöst werden können, auf der sie entstehen. Dafür sind wichtiger Bestandteil des globalen Rahmenabkommens die nationalen Begleitausschüsse (National Monitoring Committees, NMC). Diese bestehen aus H&M-Vertretern und lokalen Gewerkschaftsführern von Tochtergewerkschaften von IndustriALL. Ihre Aufgabe ist es, sowohl einen langfristigen Plan zu entwickeln, um die Rechte der Arbeitnehmer vor Ort zu stärken und diese aber auch kurzfristig bei Konfliktlösungen zu unterstützen.

Neben der Unterstützung bei Konfliktlösungen und der Stärkung der Arbeitnehmerrechte ist uns vor allem auch die Arbeitssicherheit in den Textilfabriken wichtig. Daher hat die H&M-Gruppe das Abkommen zur Feuer- und Gebäudesicherheit in Bangladesch, den Bangladesh Accord on Fire and Building Safety, für einen erneuten Zeitraum von 3 Jahren unterzeichnet. Wir sehen einen kontinuierlichen Fortschritt durch die Arbeit innerhalb des Accords und möchten diesen weiterhin unterstützen und beschleunigen. Das neue Akkordabkommen wird ab Juni 2018 endgültig sein und weiterhin aus einem breiten Zusammenschluss von internationalen Einkäufern Gewerkschaften und Fabriken bestehen, die sich mit Feuer-und Gebäudesicherheit in Bangladesch befassen. Außerdem schließt sich das Abkommen an unser Nachhaltigkeitsprogramm und unsere strikten Anforderungen an unsere Zulieferer an.

Weiterführende Informationen zu den Fortschritten des Accords finden Sie auf der Accord Website.

Umfassende Informationen zu unserem Nachhaltigkeitskonzept finden Sie in unserem Sustainabilty Report, abrufbar unter:

http://sustainability.hm.com/content/dam/hm/about/documents/en/CSR/Report%202016/HM_group_SustainabilityReport_2016_FullReport_en.pdf

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