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H&M verlängert das globale Rahmenabkommen mit IndustriALL und IF Metall dauerhaft

Das globale Rahmenabkommen, welches vor einem Jahr von H&M, IndustriALL und der schwedischen Gewerkschaft IF Metall unterzeichnet wurde, hat sich als wirkungsvoll erwiesen. Aus diesem Grund wurde es am 29. September 2016 erneut unterzeichnet und in eine dauerhafte Kollaboration umgewandelt. Das Ziel der Zusammenarbeit ist es, den Dialog zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in den Zulieferbetrieben, von denen H&M seine Produkte kauft, zu verbessern.

29 Sep, 2016

Alle Unterzeichner teilen die Überzeugung, dass Zusammenarbeit und gut funktionierender Dialog zwischen den Parteien auf dem Arbeitsmarkt notwendig sind, um dauerhafte Verbesserungen für die Textilarbeiter/innen umzusetzen. Das gilt für alle Bereiche der Arbeitsbedingungen, einschließlich fairen Existenzlöhnen, aber auch für stabile Produktionsmärkte und letztlich eine reife Textilindustrie. Das Ziel der Zusammenarbeit sind verbesserte Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Gewerkschaften, die sich dadurch auszeichnen, dass Vereinigungsfreiheit respektiert wird, Arbeitnehmervertreter eine Stimme haben und Gewerkschaften kollektiv verhandeln können.

Die Zusammenarbeit innerhalb des globalen Rahmenabkommens hat bereits einige Erfolge herbeigeführt. Nationale Begleitausschüsse – bestehend aus IndustriALLs Partnergewerkschaften und H&M – wurden in Bangladesch, Kambodscha, Indonesien, Myanmar und der Türkei eingerichtet und trainiert. Die Begleitausschüsse unterstützen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberorganisationen dabei miteinander zu verhandeln und Konflikte friedlich und in gutem Glauben innerhalb der Zuliefererbetriebe zu lösen. Ihre Arbeit trägt zu gut funktionierenden Arbeitsmärkte in den Ländern, aus denen H&M seine Produkte bezieht, bei.

Etliche Fälle konnten bereits dank der Kollaboration innerhalb des globalen Rahmenabkommens gelöst werden. So z.B. ein Konflikt in einer Textilfabrik in Myanmar am Anfang des Jahres, welcher hauptsächlich durch Missverständnisse und fehlende Kommunikation zwischen Management und Arbeitnehmern hervorgerufen wurde. Der Konflikt resultierte in Streiks und in einem späteren Stadium zu Entlassungen von Arbeitnehmern. Nach Verhandlungen, welche von IndustriALL und H&M initiiert und organisiert wurden, wurden jedoch alle Arbeitnehmer wieder angestellt und eine Gewerkschaft gestartet. Auf diese Weise konnte die Fabrik erste Schritte hin zu intakten Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern machen und das Risiko zukünftiger Missverständnisse und Konflikte minimieren.

„Die Unterstützung von Gewerkschaften, welche auf der Fabrikebene arbeiten, ist ein entscheidendes Ziel des globalen Rahmenabkommens zwischen IndustriALL und H&M. Im ersten Jahr des Umsetzungsprozesses wurden darüber hinaus mehrere neue Gewerkschaften auf Fabrikebene registriert. Das ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung von gut funktionierenden Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern. Hier sollte erwähnt werden, dass diese neu gegründeten Gewerkschaften sowie ihre Gegenüber im Management zusätzliche Trainings benötigen, um gut funktionierende Beziehungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern zu erreichen. Nach unserer Erfahrung in diesem Jahr sind diese neu gebildeten Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Management fragil.“

Christina Hajagos-Clausen, Textile und Garment Industry Director, IndustriALL