Pressemitteilung

H&M GRUPPE ERREICHT FAST EINE MILLION ARBEITER MIT SEINER FAIR LIVING WAGE STRATEGY

Löhne sind eine der größten Herausforderungen für die Textilindustrie. Um dieses zentrale Thema sowohl auf Fabrik- als auch auf Industrie-Ebene anzugehen, veröffentlichte die H&M Gruppe vor fünf Jahren eine Strategie, die als erste ihrer Art die Vision fairer Löhne umfasst, die von all ihren Zulieferern gezahlt werden sollen. Wir sind stolz, dass wir den ersten Meilenstein auf dieser Reise erreicht und überschritten haben. Die Arbeit auf Fabrik-Ebene – die Schaffung von Grundlagen und Prozessen für faire Löhne – ist von der Abdeckung von drei Fabriken im Jahr 2013 ausgeweitet worden und erreicht mittlerweile 655 Fabriken, die mehr als 930.000 Textilarbeiter beschäftigen.

20 Sep, 2018 08:00 MESZ

Ein Menschenrecht
Jeder Textilarbeiter sollte einen Lohn verdienen, von dem er leben kann. Er sollte ausreichen, um die Grundbedürfnisse der Arbeitnehmerin/des Arbeitnehmers selbst und die ihrer/seiner Familie zu decken. Des Weiteren sollte dieser innerhalb der gesetzlich festgelegten normalen Arbeitszeiten verdient werden. Dies ist unsere Vision und ein fundamentales Menschenrecht. Als Industrie teilen wir uns die Verantwortung, sicherzustellen, dass die Arbeitsplätze, die in neuen Märkten geschaffen werden, zu besseren Lebensbedingungen für die betroffenen Menschen und Gesellschaften führen.

„Ich bin so stolz auf die engagierte Arbeit von Hunderten von Kollegen auf der ganzen Welt, die dies in den vergangenen fünf Jahren möglich gemacht haben. Wir tun etwas, dass niemand bisher getan hat. Die Ergebnisse unserer Arbeit, die Grundlage für faire Löhne zu schaffen, übertreffen unsere Erwartungen, indem sie fast eine Million Textilarbeiter erreichen. Doch die Arbeit geht weiter – gemeinsam mit dem Rest der Industrie“, sagt Anna Gedda, Head of Sustainability der H&M Gruppe.

 


Die Grundlagen unserer Strategie

Um diese Entwicklung zu unterstützen, hat die H&M Gruppe etwas gelauncht, was nie zuvor in der Textilindustrie versucht wurde; eine Fair Living Wage Strategy. Die Strategie wurde in Berlin während der Conference on Living Wages in International Supply Chains am 25. November 2013 vorgestellt. Wir haben uns dazu verpflichtet, den Aufbau notwendiger Prozesse und Mechanismen für faire Löhne zu unterstützen. Unsere Strategie wurde auf zwei Grundlagen aufgebaut, die auch weiterhin unsere Arbeit leiten:

1) Arbeiter sollten einen Lohn verdienen, von dem sie leben können.

2) Unsere Verantwortung als Einkäufer* ist die Einflussnahme auf den Prozess von fairen Löhnen, nicht jedoch die Festlegung spezifischer Lohn-Ebenen. Löhne sollten mithilfe fairer Verhandlungen zwischen den Parteien des Arbeitsmarktes festgelegt werden: Regierungen, Arbeitgebern und Arbeitnehmervertretern.

Der erste Meilenstein

In 2013 hat die H&M Gruppe darüber hinaus zwei kühne, zeitlich gebundene Ziele für die Arbeit auf Fabrik-Ebene präsentiert. Bis Ende 2018 legten wir fest:

• Verbesserte Lohn-Management-Systeme für alle strategischen Zulieferer zu implementieren.

• Textilarbeiter zu stärken, indem wir sicherstellen, dass demokratisch gewählte Arbeitnehmervertreter 100% der Fabriken, mit denen wir in Bangladesch zusammenarbeiten, abdecken.

Diese Ziele gehen Hand in Hand und sind stark voneinander abhängig.


Die ersten Ergebnisse auf Fabrik-Ebene
Wir sind stolz, dass wir diese Ziele erreicht und überschritten haben. In fünf Jahren haben wir 655 Fabriken** und mehr als 930.000 Textilarbeiter in zehn verschiedenen Ländern mit unserer Arbeit auf Fabrik-Ebene erreicht.

Detailliert bedeutet das:

• 500 Fabriken (die 67% unseres Produktvolumens repräsentieren) in zehn Ländern implementieren verbesserte Lohn-Management-Systeme. Dies erreicht 635.000 Textilarbeiter.

• 594 Fabriken (die 73% unseres Produktvolumens repräsentieren) in zehn Ländern implementieren demokratisch gewählte Arbeitnehmervertretungen. Dies erreicht 840.000 Textilarbeiter.

• 100% der tier 1 Fabriken, mit denen wir in Bangladesch zusammenarbeiten, haben demokratisch gewählte Arbeitnehmervertretungen (Stand Dezember 2017).

• Insgesamt bedeutet das: 655 Fabriken (die 84% unseres Produktvolumens repräsentieren) verbessern entweder ihre Lohn-Management-Systeme oder implementieren demokratisch gewählte Arbeitnehmervertretungen oder beides. Dies erreicht 930.000 Textilarbeiter.


Eine geteilte Verantwortung auf Industrie-Ebene

Von Anfang an wussten wir, dass die gemeinsamen Herausforderungen im Zusammenhang mit Löhnen Zusammenarbeit bedürfen. Die Industrie muss zusammenkommen, um Lösungen zu finden, von denen alle Textilarbeiter und Fabriken profitieren. Daher arbeiten wir gemeinsam mit anderen Marken und IndustriALL Global Union innerhalb der wegweisenden Kollaborationsplattform ACT zusammen. Um Fortschritt zu erzeugen, arbeiten wir daran, industrieweite Vereinbarungen für Tarifverhandlungen zu unterstützen, gestützt von verantwortungsbewussten Einkaufspraktiken. Dies ist ein wichtiger Part unserer Strategie auf Industrie-Ebene.


Die nächsten Schritte
„Unsere lokalen Teams in zehn unterschiedlichen Produktionsländern, die eng mit Stakeholdern der Industrie und mehr als 600 Fabriken zusammenarbeiten, geben uns die einzigartige Möglichkeit, neue Arbeitsweisen auszuprobieren und Rückschlüsse zu ziehen, wie wir unsere Arbeit noch effizienter gestalten können“, sagt Anna Gedda.

Die Ethical Trading Initiative (ETI) wird eine unabhängige Evaluation durchführen, welche im Dezember 2018 veröffentlicht und präsentiert wird. Wir werden diese Ergebnisse und unsere Erfahrungen zusammenbringen und teilen, um die nächsten Schritte festzustecken und in Verbindung mit relevanten Stakeholdern dauerhaften und nachhaltigen Wandel hin zu fairen Löhnen voranzubringen.


Warum verbesserte Lohn-Management-Systeme?
Eine Grundlage für faire Löhne ist es, dass Textilfabriken transparente Lohn-Management-Systeme haben sollten, um sicherzustellen, dass ein Textilarbeiter einen Lohn erhält, der seiner oder ihrer individuellen Fähigkeit, Erfahrung und Performance entspricht. Dieses System sollte außerdem sicherstellen, dass 1) Arbeiter das notwendige Wissen über ihren Lohn haben; auf was dieser basiert, den nationalen Mindestlohn, rechtliche Grundlagen und Grundlagen zur Kompensation von Überstunden und 2) Arbeiter in Entscheidungen zu lohnbezogenen Themen involviert werden.  


Warum demokratisch gewählte Arbeitnehmervertretungen?

Ein guter Arbeitsplatz-Dialog zwischen Arbeitgeber und Textilarbeiter ist ein weiterer Grundstein für faire Löhne. Ein Schritt in diese Richtung ist es, sicherzustellen, dass Textilarbeiter von demokratisch gewählten Vertretern repräsentiert werden, die in ihrem Namen sprechen können. Die Arbeitnehmervertretungen sind das Bindeglied zwischen den Arbeitnehmern (den Textilarbeitern) und den Arbeitgebern (den Textilfabriken). Mit der Stärkung der Textilarbeiter schaffen wir eine Win-Win-Situation, von der sowohl die Arbeiter als auch das Fabrik-Management profitiert.

 

* Als Einkäufer ist es unsere Verantwortung, den Prozess hin zu fairen Löhnen zu beeinflussen, indem wir faire und regelmäßige Überprüfungen und Verhandlungen von Löhnen unterstützen, mit Partnern und Stakeholdern auf Fabrik-, Industrie- und Regierungsebene zusammenarbeiten und ein verlässlicher und beständiger Unternehmenspartner sind.

** Fabriken, die ihre Lohn-Management-Systeme verbessern oder demokratisch gewählte Arbeitnehmervertretungen implementieren, oder beides (Stand 31. August 2018).

 

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