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H&M GRUPPE VERANSTALTET FAIR LIVING WAGE SUMMIT 2018

Heute bringt die H&M Gruppe in Phnom Penh, Kambodscha, die Textil- und Modeindustrie zum Fair Living Wage Summit 2018 zusammen, um eine der wichtigsten Herausforderungen unserer Industrie zu diskutieren: wie in den globalen Produktionsmärkten faire Löhne verwirklicht werden können.

11 Dez, 2018

Die Modeindustrie spielt eine führende Rolle, um Arbeitsplätze und Möglichkeiten für Arbeitnehmer in aufstrebenden Märkten zu schaffen. Als Industrie haben wir eine gemeinsame Verantwortung, sicherzustellen, dass es sich hierbei um faire Arbeitsplätze handelt, die zu besseren Lebensumständen für die beteiligten Menschen und Gesellschaften führen. Dass Löhne fair ausbezahlt, regelmäßig überprüft und den Bedürfnissen der Arbeitnehmer gerecht werden, ist jedoch eine Herausforderung in vielen Märkten.

Aus diesem Grund haben wir  im November 2013 in Berlin unsere ambitionierte Strategie für die Erreichung fairer Löhne für Arbeiter in unserer globalen Lieferkette vorgestellt. Dies ist auch der Grund warum wir heute – fünf Jahre später – Marken, Wissenschaftler, NGOs, Gewerkschaften, Partner, Repräsentanten und Investoren zusammenbringen, um gemeinsam die Fortschritte, Herausforderungen und nächsten Schritte zu reflektieren und zu diskutieren.

„Wir sind davon überzeugt, dass unsere Industrie einen großen Satz nach vorne machen kann, wenn wir mit anderen zusammenarbeiten, die sich diesem wichtigen Thema ebenso sehr verschrieben haben wie wir“,

Jenny Fagerlin, Global Social Sustainability Manager der H&M Gruppe

 

Unabhängige Evaluation

Nachdem wir den ersten Meilenstein unserer Fair Living Wage Strategie erreicht haben, reflektieren wir nun die ersten fünf Jahre unserer Arbeit und beschließen zukünftige Schritte. Als Teil hiervon hat die Ethical Trading Initiative, ETI, eine unabhängige Evaluation unserer Strategie durchgeführt. Diese wird auf dem Fair Living Wage Summit vorgestellt und wir sind stolz, dass unser Engagement für dieses Thema von der ETI anerkannt wird. Da wir neue Arbeitsweisen testen, sind wir in kontinuierlichem Dialog mit Stakeholdern der Industrie und Experten – sowohl, um sicherzustellen, dass unsere Bemühungen zielgerichtet sind, als auch zu der Frage, wie die Industrie gemeinsam diesen Herausforderungen begegnen kann.

2013–2018

Unsere Strategie dreht sich darum, die notwendigen Prozesse zu schaffen, welche faire Verhandlungen ermöglichen sowie Kollaborationen auf Industrieebene zu finden, die einen Wandel der gesamten Industrie ermöglichen können. Wir arbeiten individuell mit Fabriken zusammen und unterstützen gleichzeitig industrieweite Lösungen.

Wir sind froh darüber, dass wir auf Fabrikebene die zwei zeitgebundenen Ziele, die wir 2013 präsentiert haben, erreicht und überschritten haben:

1)    Textilarbeiter zu stärken, indem wir sicherstellen, dass sie von demokratisch gewählten Vertretern repräsentiert werden.

2)    Verbesserte Lohn-Management-Systeme zu implementieren, um sicherzustellen, dass Zulieferer über transparente und faire Systeme verfügen und Textilarbeiter darüber informiert sind, wir ihre Löhne festgelegt und erhöht werden können.

Mit unserer Arbeit auf Fabrikebene haben wir 930.000 Textilarbeiter[1] erreicht.

Während dieser fünf Jahre haben wir auch unsere Einkaufspraktiken verbessert, um kurzfristige (Bestell-) Änderungen zu vermeiden und sicherzustellen, dass die Lohnkosten bei Preisverhandlungen mit Zulieferern ausgeschlossen sind. Das heißt, Lohnkosten sind geblockt und nicht Teil der Verhandlungen. Das stellt sicher, dass die Löhne der Textilarbeiter nicht negativ von den Preisverhandlungen für einzelne Produkte betroffen sind.

Wir fragen unsere Zulieferer regelmäßig, wie wir uns verbessern können. Derzeit bewerten uns 93% unserer Zulieferer als faire Geschäftspartner.

Wir haben außerdem Kollaborationen gegründet, welche die Chance bieten, die gesamte Industrie zu verändern. ACT ist eines dieser Beispiele, in dem 20 Marken und die globale Gewerkschaft IndustriALL zusammen daran arbeiten, industrieweite Abkommen für Tarifverhandlungen zu schaffen, unterstützt von verantwortungsbewussten Einkaufspraktiken. ACT ist ein wahrer Impulsgeber für die Industrie, der nachhaltige Verbesserungen für alle Textilarbeiter mit sich bringt – unabhängig davon, in welcher Fabrik sie arbeiten oder für welche Marke sie Produkte fertigen. Diese Abkommen werden von jenen verhandelt, die direkt betroffen sind – Gewerkschaften und Arbeitgeber – und werden den Mindestlohn-Mechanismus ersetzen, welcher sich als unzureichend herausgestellt hat, wenn es darum geht, Löhne auf ein existenzsicherndes Niveau zu heben.

Indem wir das sogenannte Memorandum of Understanding von ACT zu verantwortungsbewussten Einkaufspraktiken unterzeichnet haben, haben wir uns dazu verpflichtet, in Produktionsländern zu bleiben, die sich mithilfe von Tarifabkommen auf ein kontinuierliches Lohnwachstum einlassen. Wir versprechen außerdem Lohnerhöhungen in unseren Einkaufspreisen zu berücksichtigen.

Weder Produktionsländer noch Zulieferer sollten dem Risiko ausgesetzt sein, Aufträge oder Wettbewerbsfähigkeit aufgrund von Lohnsteigerungen einzubüßen.

Andere Kollaborationen, die nachhaltige Verbesserungen für Textilarbeiter voranbringen, sind unser

Memorandum of Understanding mit der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) sowie das Global Framework Agreement mit IndustriALL und der schwedischen Gewerkschaft IF Metall.

 

Lohnlevels

Wenngleich wir bereits Fortschritte hinsichtlich Lohnlevels erkennen, sind signifikante Lohnerhöhungen davon abhängig, dass die Arbeit mit individuellen Fabriken von industrieübergreifenden Lösungen begleitet wird, sowie industrieweite Tarifabkommen. Was dies betrifft, markiert die ACT Initiative einen wichtigen Wendepunkt. Diese Zusammenarbeit macht es möglich, über die Grenzen einzelner Fabriken hinauszugehen, um die Art und Weise zu verändern, wie Löhne für alle Textilarbeiter in den jeweiligen Ländern festgelegt werden. ACT wird es möglich und realistisch machen, Wettbewerbsgleichheit zu schaffen und große Schritte nach vorn zu machen, wenn es um das Thema Löhne geht.

Der durchschnittliche Lohn[1] in den Zulieferfabriken, die für die H&M Gruppe produzieren, ist zwischen 24% (Kambodscha) und 93% (China) höher als das Mindestlohnlevel. Darüber hinaus ist das Lohnlevel[2] in den 500 Fabriken, die ihre Lohn-Management-Systeme verbessern, zwischen 2% (Türkei) und 11% (Indonesien) höher als bei jenen, welche diese Programme noch nicht ausgerollt haben. Detaillierte Informationen zu Lohnlevels stehen hier bereit.

 

Nächste Schritte

Nun geht die Arbeit weiter. Wir haben uns stärker denn je verschrieben, den Fortschritt bei der Schaffung fairer Löhne voranzutreiben. Das Gelernte und unsere Erfahrungen werden wir in unsere zukünftige Arbeit miteinbringen. Zusammen mit unseren Partnern werden wir die Möglichkeit haben, über Fabrikgrenzen hinaus zu agieren und einen systemischen Wandel für alle Textilarbeiter der Industrie zu gestalten.

Jeder Textilarbeiter sollte einen Lohn verdienen, der zum Leben reicht. Dieser sollte die Grundbedürfnisse des Arbeitnehmers und seiner Familie abdecken und darüber hinaus verfügbares Einkommen ermöglichen. Der Lohn sollte innerhalb legaler normaler Arbeitsstunden verdient, jährlich überprüft und regelmäßig verhandelt werden.“

Dies ist unsere Definition eines fairen, existenzsichernden Lohns. Er ist ein fundamentales Menschenrecht.

Weitere Informationen

* Textilarbeiter, die bei Fabriken angestellt sind, die ihre Lohn-Management-Systeme verbessern oder demokratisch gewählte Arbeitnehmervertreter gewählt haben – oder beides.

** Überstunden nicht enthalten.

*** Überstunden enthalten.

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