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H&M Fair Living Wage Strategy - Update

Die Arbeit von H&M innerhalb der Fair Living Wage Roadmap geht planmäßig voran. Der gemeinschaftliche Ansatz in Kombination mit der methodischen Arbeitsweise macht es möglich, wichtige Schritte in die richtige Richtung zu gehen.

4 Apr, 2016

Zu diesem Zeitpunkt fokussiert sich H&M darauf, die Arbeit weiter auszuweiten und sieht einen positiven Fortschritt innerhalb der unterschiedlichen Initiativen und Programme – die alle darauf abzielen, eine Grundlage für faire Löhne innerhalb der H&M-Lieferkette zu etablieren.

Zum einen fährt H&M damit fort, die Fair Wage Method bei einer wachsenden Anzahl von Fabriken auszurollen. Entwickelt vom unabhängigen Fair Wage Network wurde die Methode 2015 auf 68 Fabriken ausgerollt, weitere 78 werden im Laufe des Jahres 2016 folgen. Am Ende dieses Jahres werden Zulieferbetriebe in Bangladesch, Kambodscha, Indonesien, Indien, China und der Türkei abgedeckt sein. Der Hauptfokus liegt dabei auf der Bereitstellung von Bezahlstrukturen, die zu fairen Löhnen befähigen, ebenso wie der Verbesserung des Dialogs zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in den Fabriken – ein wichtiger Part der H&M Fair Living Wage Strategy.

Zum anderen ist auch bei H&M’s Social Dialogue Programm weiterhin ein Fortschritt zu erkennen – abzielend auf demokratisch gewählte und effektive Arbeitnehmer-Vertretungen innerhalb der Fabriken. Aktuell sind mehr als 40 Prozent der Fabriken, die für H&M in Bangladesch produzieren, abgedeckt. Das Programm ist außerdem in Indien und China verfügbar. Social Dialogue ist ein essentieller Bestandteil der Fair Living Wage Method und notwendig, um den Grundstein für faire Löhne zu legen.

Darüber hinaus hat H&M’s Partnerschaft mit der ILO innerhalb des Industrial Relations Projekts zu positiven Veränderungen in den Beziehungen sowie regulären Meetings zwischen Management und Gewerkschaften in den teilnehmenden Fabriken in Kambodscha geführt.

Das bringt H&M einem wichtigen Ziel näher; Es den Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu ermöglichen,  selbst über ihre Rechte und Pflichten zu verhandeln und abzustimmen und Konflikte auf diese Weise friedlich zu lösen. Das Projekt wurde außerdem kürzlich in Äthiopien gestartet, Myanmar befindet sich bereits in der Planung.

Zusätzlich hat sich das globale Framework Agreement mit IndustriALL als hilfreich bei der Lösung von Konflikten erwiesen. In Myanmar und Pakistan wurden zuletzt zwei Konflikte gelöst; H&M und IndustriALL waren in den Prozess involviert, bis Vereinbarungen zwischen den Arbeitern und dem Management erzielt waren. Lesen Sie hier mehr.
 

Interview über das Social Dialogue Programm

- lernen Sie Jaskia Khanam, Trainerin des H&M Social Dialogue Programms kennen

Jakia Khanam arbeitete zwei Jahre lang als Trainerin in H&M’s Social Dialogue Projekt in Dhaka, Bangladesch. Das Training hilft dabei, den Dialog zwischen Arbeitnehmern und dem Management in den Nähereien zu verbessern. Ein wichtiger Bestandteil von Jaskias täglicher Arbeit ist es, den Teilnehmern beizubringen, wie sie demokratische Wahlen von Arbeitnehmervertretungen und effektive Gewerkschaftskomitees etablieren. Bis heute haben mehr als 120 Fabriken in Bangladesch das Training erhalten.

Warum sind diese Trainings so wichtig?

Meine Erfahrung ist, dass die Trainings wirklich dabei helfen, aufkommende Probleme innerhalb der Fabriken zu lösen. Es geht immer darum, den Dialog und die Beziehung zwischen den Arbeitern und dem Management zu verbessern. In den Trainings lernen sowohl die Arbeiter als auch der Manager etwas über Rechte und Verantwortlichkeiten am Arbeitsplatz, aber auch, wie sie Probleme ansprechen und lösen können.

Welche Art von Problemen werden von den Gewerkschaftern bei den Treffen der Komitees vorgetragen?

Themen jeder Art, die den Arbeitsplatz betreffen; alles von Arbeitsbedingungen für schwangere Frauen bis hin zu Vorteilen für Arbeitnehmer und dem Verhalten des Managements.

Was sind Ihrer Meinung nach die größten Lernergebnisse der Teilnehmer?

Ich denke das erlangte Wissen aus den Trainings, wie die Kommunikation zwischen den Arbeitern und dem Management aussehen kann, gibt den Teilnehmern im Anschluss ein gutes Gefühl, ihre Bedenken auch anzubringen. Um ein Beispiel zu geben: Ich erinnere mich an eine schwangere Frau, die sich erfolglos über Überstunden sowie über den Mangel an hinreichenden ergonomischen Voraussetzungen am Arbeitsplatz beschwert hatte. Nach dem Abschluss ihres Trainings und nach der demokratischen Wahl von Arbeitsnehmervertreten hat sie erneut die Stimme erhoben – aber diesmal durch ein standardisiertes Prozedere, wie Probleme optimaler Weise zur Sprache kommen sollten – und es kam direkt an und wurde gelöst. Das ist gleichzeitig das Beste an meinem Job als Trainer; die Möglichkeit zu haben, zu erfahren, wie die Teilnehmer das Gelernte von den Trainings jeden Tag an ihrem eigenen Arbeitsplatz übernehmen.

Glauben Sie wirklich, dass die Trainings einen Unterschied machen?

Ja, ich habe viele Beispiel dafür gesehen, wie gut Arbeitnehmervertretungen als effektives Kommunikationstool im Alltag innerhalb der Textilfabriken funktionieren. Zum Beispiel führen sie zu größerer Beteiligung der Arbeiter in den Fabriken. In einer Fabrik ist beispielsweise die Abwesenheit von Arbeitern signifikant zurückgegangen, im Anschluss an die Gründung von Arbeitnehmervertretungen. Das Management hat außerdem Verbesserungen bei einer Vielzahl von anderen Arbeitnehmer-bezogenen Themen, von der Installation von Deckenventilatoren, über die Bereitstellung von medizinischer Versorgung bis hin zur Erstellung eines Gebetsraums erzielt.

Die Fair Living Wage Strategy

Die Unterstützung eines funktionierenden Dialogs zwischen Arbeitgebern und Arbeitsnehmern innerhalb der Zulieferfabriken ist ein grundlegender Schritt hin zu fairen Löhnen und ein wichtiger Bestandteil von H&M’s Fair Living Wage Strategy. Der Fokus liegt außerdem auf Kollaborationen und dem Wissensaustausch in Form von Projekten zu sozialem Dialog, Handelsbeziehungen und der Entwicklung von Qualifikationen. Gleichsam bedeutend ist der Dialog mit den Regierungen – da ihr Mitwirken notwendig ist, um Veränderungen herbeizuführen – und mit anderen Marken – da H&M sich Zulieferbetriebe mit vielen anderen Einkäufern teilt. Um Zulieferer dazu zu befähigen, faire Löhne zu zahlen, ist die Strategie außerdem, weiter verbesserte Einkaufspraktiken zu nutzen.

Die Fair Wage Method

H&M ist dem Fair Wage Network beigetreten, um mehr Wissen über die oftmals komplexen Lohnstrukturen zu gewinnen und mit anderen Partnern nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Die Fair Living Wage Method ist eine starke Methode, die weltweit als Meilensteil im Bereich Corporate Social Responsibility gilt. Sie fokussiert sich auf Verbesserungen der Löhne durch nachhaltige Lohnstrukturen, regelmäßigere Lohnanpassungen durch verbesserte Kommunikation und sozialen Dialog zwischen dem Management und den Arbeitervertretungen. Die Methode wird bis zum Jahr 2018 auf alle strategischen Zulieferer von H&M ausgerollt.